Fotografieren im manuellen Modus + Free Printable

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Wer sich eine DSLR kauft, der hat sicher nicht nur vor im Automatikmodus zu fotografieren. Auch wenn der manuelle Modus auf den ersten Blick vielleicht etwas überfordert, doch mit etwas Übung weiß man genau welche Einstellungen für welche Ergebnisse oder Lichtsituationen am besten geeignet sind. In diesem Post möchte ich euch 3 Einstellungen näher bringen und erklären, welchen Einfluss diese auf das Foto haben. Am Ende gibt es für euch auch noch ein kleines Printable mit einer kurzen Zusammenfassung.

 

Belichtungsdreieck

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Um diese drei Einstellungen soll es heute gehen. Die Blende/Blendenöffnung, die Verschlusszeit und den ISO-Wert. Was genau jede dieser Einstellungen bedeutet folgt in den nächsten Abschnitten. Jeder Wert ist von den anderen abhängig und somit müssen diese immer aufeinander abgestimmt sein, damit das Bild richtig belichtet ist. 

 

Blende

Die Blende gibt den Wert hat, wie viel Licht auf den Sensor trifft. Ist die Blendenöffung klein so gelangt entsprechend wenig Licht auf den Sensor wodurch das Bild dunkler wird. Ist die Blende weit geöffnet so kann auch mehr Licht auf den Sensor gelangen. Dies ist wie bei den Augen, wenn die Sonne scheint verkleinern sich die Pupillen damit nicht zu viel Licht eingelassen wird und wir somit auch noch alles sehen können. Ist wenig Licht vorhanden, so werden die Pupillen größer und es kann mehr Licht ins Auge gelangen. Ein anderer Nebeneffekt ist, dass durch die Blende auch die Schärfentiefe festgelegt wird. So ist es bei Portraits zum Beispiel schön, wenn auch die Person im Vordergrund steht und der Hintergrund schön unscharf ist - in dem Fall muss die Blende so gering wie möglich gewählt werden z.B. f/1.4 oder f/1.8. Bei Landschaften nutzt man im Gegensatz dazu auch gerne eine weiter geöffnete Blende, damit die Schärfe durchgehend ist.

Blende f/13 

Blende f/13 

Blende f/1.8

Blende f/1.8

Der Unterschied ist denke ich zu sehen. Das linke Bild wurde mit einer stärker geöffneten Blende fotografiert, das zweite hingegen mit der kleinsten Blende die mein Objektiv hergibt - f/1.8. Dort ist der Hintergrund und auch einzelne Partien des Bildes verschwommen und die Schärfe liegt nur in einem kleinen Bereich.  

 

Verschlusszeit / Belichtungszeit

Mit der Verschlusszeit wird festgelegt, wie lange die Blende geöffnet ist. Ist diese nur für eine kurze Zeit geöffnet so kann eine Bewegung eingefroren und scharf dargestellt werden. Wollt ihr jedoch etwas Dynamik & Bewegung im Foto festhalten so kann die Verschlusszeit höher eingestellt werden. Es kommt dann zu einer Bewegungsunschärfe. Ihr kennt sicher Langzeitbelichtungen oder Fotos auf denen Straßen mit fahrenden Autos fotografiert wurden und dort dann „Lichtstreifen“ zu sehen sind?! Hier ist eine lange Belichtungszeit gewählt worden. So kann aber auch zum Beispiel den Sternenhimmel fotografiert werden - da kaum Licht vorhanden ist muss die Blende lange geöffnet sein, damit die Sterne auch auf den Fotos zu sehen sind. ACHTUNG! Bei einer langen Verschlusszeit ist zu empfehlen, dass ein Stativ sowie ein Fernauslöser genutzt wird damit das Bild nicht verwackelt. 

 

ISO

Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors an. Dies ist ganz einfach, ist der Wert größer, so ist der Sensor lichtempfindlicher und so kann auch mit wenig Licht fotografiert werden. ABER je höher der ISO-Wert umso mehr Rauschen ist im Bild zu erkennen. Daher ist es immer wichtig, dass die fotografierten Objekte/Subjekte gut belichtet und ausgeleuchtet sind, damit der ISO-Wert so klein wie möglich gewählt werden kann. Ein Rauschen kann jedoch auch als Stilmittel eingesetzt werden, jedoch lässt sich dies auch ganz einfach in der Nachbearbeitung einsetzen. Also mein Tipp: immer mit einem niedrigen Wert fotografieren und dann nach Belieben in der Bearbeitung ein Rauschen einfügen.  

Belichtungszeit 1'' (1 Sek.)

Belichtungszeit 1'' (1 Sek.)

Belichtungszeit 1/4000

Belichtungszeit 1/4000

In diesen beiden Bilder kann man sehen welchen Einfluss die Verschlusszeit hat. Leider stand mir kein Wasserfall oder ähnliche zur Verfügung, daher müssen wir uns als Beispiel mit einer Tasse Wasser zufrieden geben. Auch die Auswirkung vom ISO-Wert kann man hier gut erkennen. Schauen wir uns das linke Bild an, dort sehen wir das Wasser - es ist nicht scharf sondern leicht verschwommen - wir haben in dieser einen Sekunden somit die Bewegung vom Wasser festhalten können. Aufgrund der längeren Verschlusszeit konnte ich den ISO-Wert geringer halten, wodurch ein Rauschen nicht so stark zu erkennen ist. Ganz im Gegenteil jedoch zum rechten Foto. Diese Körnung habe ich nicht nachbearbeitet, die kam so aus der Kamera! Ich habe hier eine sehr kurze Verschlusszeit gewählt und musste dadurch den ISO-Wert erhöhen, da ich nur natürliches Licht genutzt habe und dieses nicht ausgereicht hätte. 

Ich hoffe dieser Post hat euch den manuellen Modus etwas näher gebracht. Jetzt heißt es üben, üben und üben. Es ist wirklich das einfachste, mit den Einstellungen an der Kamera herumzuprobieren und schauen wie sich die Einstellungen auf das Ergebnis auswirken. 

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Das Cheat Sheet kannst du dir hier kostenlos downloaden und ausdrucken oder einfach auf dem Smartphone speichern.